Bahnhof Brück (Mark)

Vorschaubild Bahnhof Brück (Mark)

Karl-Heinz-Borgmann-Platz 1
14822 Brück

Der Bahnhof Brück blickt auf eine lange und wechselhafte Geschichte zurück, besonders in den vergangenen Jahren. Nun ist das Gebäude innen wie außen vollständig saniert. Ein guter Anlass, noch einmal zurückzublicken.

 

Mit der Fertigstellung der Wetzlarer Bahn im Jahr 1879, auch als „Kanonenbahn“ bekannt, wurde das Bahnhofsgebäude in Brück errichtet. Es gehört zu einer Reihe baugleicher Stationen, darunter die Bahnhöfe in Wiesenburg, Deetz und Lindau. 

 

Zu Anfang befanden sich ein Güterschuppen, eine Gepäckaufgabe, ein Fahrkartenschalter sowie mehrere Warteräume verschiedener Klassen im Gebäude. In den Obergeschossen wohnte das Personal. Später wurde gleisseitig ein Stellwerk angebaut.

 

Im Laufe der Jahre wurde der Warteraum für die 3. und 4. Klasse umgebaut, dort eröffnete eine Bahnhofsgaststätte. Das war damals ein sehr lukratives Geschäft, konnte sich die Betreiberin doch schon bald ein eigenes Wohnhaus in der Bahnhofstraße leisten. 

 

Im Jahr 2013 wurde in der Eingangshalle neben der ehemaligen Gepäckaufgabe ein Fahrkartenverkauf eingerichtet, ergänzt durch touristische Informationen und regionale Produkte. Ein Jahr später veräußerte die Deutsche Bahn das Gebäude. Nachdem die Stadt zunächst kein Interesse zeigte, erhielt ein Fahrradhändler aus Berlin den Zuschlag. Die Verkaufsstelle wurde Anfang 2015 nach kurzer Schließung wiedereröffnet, jedoch 2017 endgültig aufgegeben.

 

2018 beschlossen die Stadtverordneten schließlich, den Bahnhof doch zu erwerben, nicht zuletzt, weil die Pläne des privaten Eigentümers nie umgesetzt wurden. Zu diesem Zeitpunkt standen die Wohnungen im Obergeschoss bereits leer. Anfang 2019 wurde der Kauf abgeschlossen. Parallel dazu entwickelte Jutta Felgenträger ein neues Nutzungskonzept für die alte Gaststätte und schuf dort ein modernes Bistro mit Mittagsangebot und Reisebedarf. Im April 2020 eröffnete ihr „Lotto- und Weinkontor“.

 

In den Jahren 2022 und 2023 wurden die äußere Gebäudehülle einschließlich Dach und Fenster sowie das Nebengebäude mit den ehemaligen Toiletten aufwendig und denkmalgerecht saniert. Insgesamt wurden rund 550.000 Euro investiert, davon rund 360.000 Euro aus Fördermitteln.

 

Nach intensiven Diskussionen über die zukünftige Nutzung begann im November 2024 die Innensanierung. Im ehemaligen Güterschuppen entstand eine flexibel nutzbare Fläche, die sowohl für Büro- als auch für Gastronomiezwecke geeignet ist. Die insgesamt 59 Quadratmeter großen Räume zeichnen sich durch großzügige Glasflächen hinter historischen Schiebetoren aus. Für diese attraktive Einheit wird derzeit noch ein Nutzer gesucht.

 

Der historische Warteraum wurde weitgehend originalgetreu instandgesetzt. Zudem stehen nun im Bahnhofsgebäude moderne Sanitäranlagen einschließlich eines barrierefreien WCs zur Verfügung, die während der Öffnungszeiten des inzwischen „Kaffee Glück im Bahnhof Brück“ genannten Bistros genutzt werden können.

 

Anfang 2026 zog der Abwasserzweckverband (AZV) in die oberen Etagen ein, kurz darauf folgte die Abwasserentsorgungsgesellschaft Borkwalde. Für Besucher wurde im Erdgeschoss ein barrierefreier Beratungsraum eingerichtet. Ein weiteres kleines Büro mit Blick auf Gleise und Bahnsteige, ausgestattet mit einer originalen Bahnhofsuhr, ist aktuell noch verfügbar.

Apropos Uhren, inzwischen wurden die historischen Bahnhofsuhren restauriert und wieder in Betrieb genommen. Ein besonderer Dank gilt hierbei posthum dem kürzlich verstorbenen Eckhardt Lehmann, der sich mit großem Engagement diesem Projekt gewidmet hat.

 

Im Engangsbereich wurde ein wettergeschützter Wartebereich mit Bänken eingerichtet. Von dort kommt man auch direkt ins Bistro, wo es nach wie vor Snacks und Getränke, Reisebedarf, Zeitschriften, Fahrkarten, Rauchwaren und vieles mehr gibt. Der Wartebereich steht seit Juni 2026 während der Öffnungszeiten des Bistros den Reisenden zur Verfügung. Die Öffnungszeiten sind Montag von 05:30 – 15:00, Dienstag bis Freitag von 05:30 – 17:00 und Samstag von 08:00 – 11:00 Uhr (in den Ferien abweichend).

 

Insgesamt wurden für den Innenausbau rund 750.000 Euro investiert, die denkmalgerechte Sanierung/Restaurierung wurde mit gut 101.000 Euro gefördert vom Landesamt für Bauen und Verkehr mit einer Zuwendung zur Verbesserung der Verkehrsverhältnisse im öffentlichen Personennahverkehr.

 

Aktuell im Bahnhof zu finden:

Abwasserzweckverband "Planetal" AZV 

AEG Abwasserentsorgungsgesellschaft Borkwalde mbH  

Kaffee Glück im Bahnhof Brück 

 

Stand: 11.08.2026

 

alte Fotos vom Bahnhof Brück

Fotos nach der Sanierung


Aktuelle Meldungen

Treffen und Arbeiten im Bahnhof Brück - Hüllensanierung

(27.​09.​2023)

Die Sanierung der Außenhülle des unter Denkmalschutz stehenden Bahnhofsgebäudes in Brück von 2022 bis 2023 umfasste die Reinigung und Überarbeitung des Mauerwerkes und Hydrophobierung des Mauerwerks. Auch die Graffitis wurden entfernt, leider auch während der Baumaßnahme, da diese auch währenddessen erneut aufgebracht wurden. Zudem wurden die Türen und Fenster erneuert und wo möglich aufgearbeitet. Im Dachbereich wurden die sanierungsbedürftigen Sparren, Dachüberstände und Holzbauwerke ausgetauscht oder repariert. Aufgrund der mehrfachen Einbrüche in das Bistro im Erdgeschoss wurden in Abstimmung mit der Denkmalschutzbehörde Fenstervergitterungen angebracht. Nach 10 monatiger Bauzeit und Baukosten von ca. 550.000 € erstrahlt nun das Bahnhofsgebäude wieder in neuem Glanz. In einem weiteren Vorhaben werden die Innenräume saniert und zu Fahrgastwarteräumen mit Sanitäranlagen umgestaltet.

 

Maßnahmezeitraum:   2022 - 2023

Fördermittel:              ca. 360.000 € Ministerium für Infrastruktur und Landesplanung  zur Förderung der Stadt- und Ortsentwicklung im ländlichen Raum

 

 BHF_alt   BHF_neu   Logo_MIL