Gutspark Cammer
Ein historischer Moment im Gutspark Cammer – Die erste Trauung außerhalb der Amtsgebäude des Amtes Brück
Der Gutspark Cammer war 26. Juni 2026 Schauplatz eines ganz besonderen Ereignisses: Erstmals fand eine standesamtliche Trauung außerhalb der Amtsgebäude des Amt Brück statt. Damit wurde ein neuer Meilenstein für unsere Region gesetzt und zugleich der Grundstein für eine außergewöhnliche Möglichkeit gelegt, den schönsten Tag des Lebens in einer einzigartigen Kulisse zu feiern.
Mit seinem alten Baumbestand, der idyllischen Atmosphäre und dem historischen Ambiente bietet der Gutspark Cammer einen Ort, der Romantik und Natur auf besondere Weise verbindet. Die erste Trauung hat eindrucksvoll gezeigt, welches Potenzial dieser wunderschöne Ort besitzt. Sie ist der Beginn einer neuen Tradition und eröffnet Brautpaaren die Möglichkeit, sich künftig fernab der Büroräume des Standesamtes in einer unbeschreiblich schönen Umgebung das Ja-Wort zu geben.
Ein herzliches Dankeschön gilt dem Brautpaar Lena und Dustin, die diesen historischen Moment möglich gemacht haben. Der Ortsvorsteher von Cammer, Lars Charlier, sagte dazu: "Vielen Dank, dass ich diesen besonderen Augenblick miterleben durfte. Es war eine große Ehre, Teil dieses Ereignisses zu sein und gemeinsam mit euch den Start eines neuen Kapitels für Cammer und die Gemeinde Planebruch zu erleben. Ich wünsche Euch, Lena und Dustin, von Herzen alles Gute für eure gemeinsame Zukunft – voller Liebe, Glück, Gesundheit und unvergesslicher Momente.
Ein ebenso herzliches Dankeschön geht an Lina Wegner, die als Standesbeamtin diese besondere Trauung mit viel Herzlichkeit und Professionalität begleitet hat. Mit ihrem Engagement hat sie dazu beigetragen, dass diese Premiere zu einem unvergesslichen Erlebnis wurde."
Diese erste Trauung im Gutspark Cammer wird in die Geschichte unseres Ortes eingehen und ist hoffentlich der Auftakt für viele weitere Hochzeiten an diesem einzigartigen Ort. Cammer und Planebruch zeigen einmal mehr, wie Tradition, Natur und Gemeinschaft auf wunderbare Weise zusammenfinden.
Lars Charlier kann sich als weiteren Trauort auch die Bockwindmühle vorstellen. Dann könnte neben der Trauung auch der alte Brauch der „Vermehlung“, ebenfalls eine alte Tradition, in Cammer wiederbelebt werden.
Fotos: Lena und Dustin Wieland
Gutspark
Der Gutspark wurde Anfang des 19. Jahrhunderts von einem Barockpark zu einem Landschaftspark nach Wörlitzer Muster umgestaltet. Das zwölf Hektar große Gelände wird von zahlreichen Kanälen durchzogen. Während das 1829 gebaute Gutshaus 1949/1950 abgetragen wurde, zeugen vom Gutspark noch ein schöner Altbaumbestand, Wege zum Flanieren und Teiche mit Inseln. Die Anlage geht auf Albert von Broesicke zurück. Forst- und Gartenhaus, Eiskeller und Pferdestall sowie die Grabanlage des letzten Herren auf Cammer, Heino von Broesicke, sind erhalten geblieben.
Das Schloss selbst wurde 1949 abgerissen. Auf einem Grabhügel wurden die Mitglieder der Gutsherrschaft, der Familie von Brösigke beigesetzt. Neben Heino von Brösigke-Cammer sein älterer Bruder Harald (1910–1938) und die Vorgeneration.
Im Park und im Dorf erläutern einige vom Dorf- und Heimatverein aufgestellte Tafeln die Schloss- und Parkgeschichte.
Mit seinen verschlungenen Wegen, Brücken und lauschigen Ecken sowie einer Vogelvoliere mit Exoten, Fasanen und Pfauen lädt der Gutspark in Cammer zum Spazieren und Verweilen ein.
Tipp: Vom Park aus führt der wieder hergerichtete Mühlensteig über Äcker und Wiesen zur Bockwindmühle in Cammer, die originalgetreu hergerichtet wurde. Einmal im Monat kann dort der Weg vom Korn zum Mehl nachverfolgt werden. Unterwegs öffnet sich der Blick auf die Belziger Landschaftswiesen, es geht vorbei an einem Storchenhorst und man passiert auch den Grabhügel der Gutsherrenfamilie Broesigke. Der Weg ist ausgeschildert mit einem Hinweisschild und dem Zeichen "Weiße Mühle auf grünem Grund". Fotos: Lars Charlier
Gemeindehaus
Das Gemeindehaus Cammer ist der ehemalige Gutspferdestall. Die Sanierung war ein bedeutendes Projekt, das über mehrere Jahre hinweg geplant und umgesetzt wurde.
Ausgangspunkt war Ende 2015 die Feststellung eines erheblichen Schimmelbefalls im Gebäude. In der Folge entwickelte sich eine intensive Diskussion innerhalb der Gemeindeverwaltung über Umfang und Kosten der notwendigen Maßnahmen. Erste Schätzungen gingen von rund einer halben Million Euro aus, was angesichts der Haushaltslage für große Zurückhaltung sorgte. Anfang 2016 wurde daher gezielt nach Einsparmöglichkeiten gesucht, ohne die Qualität der Sanierung zu gefährden.
Im März 2017 fasste die Gemeindevertretung schließlich den Beschluss, rund 400.000 Euro für das Vorhaben bereitzustellen und den Bauantrag einzureichen. Da sich die Gemeinde zu diesem Zeitpunkt im Haushaltssicherungskonzept befand, war zusätzlich die Zustimmung der Kommunalaufsicht erforderlich – ein weiterer wichtiger Schritt auf dem Weg zur Umsetzung.
Die Bauarbeiten begannen im Herbst 2019 und konnten im März 2020 erfolgreich abgeschlossen werden. Insgesamt beliefen sich die Investitionskosten auf rund 600.000 Euro. Dabei wurde das Projekt durch Fördermittel in Höhe von 120.000 Euro aus dem Kommunal-Investitionsfördergesetz des Landes unterstützt. Der Landkreis Potsdam-Mittelmark beteiligte sich zudem mit einer Investitionspauschale von etwa 75.000 Euro. Für die Gemeinde selbst verblieb damit ein Eigenanteil von rund 405.000 Euro.
Im Mittelpunkt der Maßnahmen standen vor allem die Beseitigung von Schimmel, die Verbesserung des Brandschutzes sowie die komplette Herstellung von Barrierefreiheit. Dazu gehören unter anderem angepasste Zugänge und eine behindertengerechte Gestaltung aller Räume. Zusätzlich wurde der große Saal durch eine neue Fensterfront optisch geöffnet, und ein Anbau schafft nun Platz zur Unterbringung von Mobiliar und Ausstattung.
Heute dient das Gemeindehaus wieder als zentraler Treffpunkt für Vereine und Veranstaltungen und stärkt insbesondere durch die Barrierefreiheit die Teilhabe aller Generationen. Weiterhin beherbergt das Gemeindehaus einen großen, separaten Raum mit extra Toiletten und Lagerraum für den Jugendclub.
Fotos: Natalie Preißler.
Fuhrwerkswaage
Die historische, im Gutspark befindliche, Laufgewichtswaage, genutzt als Fuhrwerkswaage, wurde im Jahr 2024 vom Dorf- und Heimatverein Cammer mit Unterstützung vielen helfender Hände restauriert. Es wurde neue Eichenbohlen aufgebracht und die Technik im Wiegehaus überholt. Ingo Wilke, Geschäftsführer der gemeindeansässigen Firma Holzwerkstatt Potsdam GmbH, stiftete im Jahr 2025 die Instandsetzung der Fenster des Wiegehauses. Nun erstrahlt die Fuhrwerkswaage samt Wiegehaus in neuem Glanz. Genutzt wurde die Waage zwischen 1945 und 1980 auf vielfältige Weise. So steht geschrieben: „Nicht nur die BHG nutzt die Waage für ihre Handelszwecke (Kohlen- und Düngerhandel), sondern die sich entwickelnde Landwirtschaft in Form einer genossenschaftlichen Produktion verlangte nach einer Waage. Nahezu alle Produkte des Ackerbaus wurden hier gewogen, um sie anschließend an die einzelnen Bauern zu verteilen. Auch das Getreide, welches auf dem mobilen Druschplatz im Park gedroschen wurde, gib über diese Waage.“ Fotos: Lars Charlier
Vogelvolieren
Die Vogelvoliere in Cammer ist ein kleiner, aber besonderer Anziehungspunkt im Gutspark.
Sie ermöglicht es Besucherinnen und Besuchern, verschiedene Vogelarten aus nächster Nähe zu beobachten und die Tierwelt auf anschauliche Weise zu erleben. Besonders für Kinder ist die Voliere ein spannender Ort, an dem Natur spielerisch entdeckt werden kann. Die Voliere beinhaltet Pfaue, verschiedene Fasanenarten und Tauben. Dazu gibt es ein Vogelhaus mit Wellen- und Nymphensittichen. Auf den anliegenden Teichen finden sich neben Mandarinenenten auch Trauerschwäne.
Eingebettet in die ruhige und grüne Umgebung des Gutsparks laden die Vogelvoliere und das Vogelhaus zum Verweilen ein und ergänzen das Naturerlebnis vor Ort. tragen sie dazu bei, das Bewusstsein für Tiere und ihre Lebensräume zu stärken.
Die Vogelvoliere und das Vogelhaus sind damit ein liebevoll gestaltetes Detail im Gutspark Cammer und ein weiterer Baustein des lebendigen Dorflebens.
Fotos: Lars Charlier




























