Alt Bork
Alte Kirche (Wendisch Bork), evangelische Kirche
1712 erbaut
1910 abgerissen
Neue Kirche
1910 erbaut im neobarocken Stil, Teile der Ausstattung stammen aus dem 17. Jh.
1961/1984 Sanierung, u. a. des Kirchenschiffs
1984-1994 Überarbeitung der Innenausstattung/Außenbeleuchtung
1998 Sanierung des Turms
1990 Restaurierung des Taufengels (18. Jh)
2016 Erneuerung des Außenanstrichs und Eindeckung des Turms
bis 2006 gehörte die Kirchengemeinde zum Pfarrsprengel Neuendorf
ab 2007 zur Kirchgemeinde Schlalach
Das Feuerwehrgerätehaus mit Schlauchturm
1925 erbaut
2010 die Feuerwehr wurde ca. 2010 aufgelöst
2015 der Schlauchturm wurde erneuert
2019 neuer Anstrich
Das Labyrinth
2010 gestalteten die Alt Borker unter Anleitung der fachkundigen Einwohnerin Linda Bartetzko ein Labyrinth neben dem Friedhof
Unsere Vereine
2007 Gründung der Landfrauen
2017 Gründung der Landmänner
2016 Alt Bork richtet das Kreiserntefest aus.
Seitdem gibt es die Alt Borker Hymne (geschrieben von Frau Herger und Herrn Zerning)
2016 monatliches Treffen der Skatbrüder
2022 Alt Borker BEARs Club Bogenschützenverein
Das Gemeindehaus
1801 Das alte Schulhaus, aus Eigenmitteln der Dörfler erbaut, hatte ein Dach aus Stroh.
1902 Das Schulhaus wurde durch einen Steinbau ersetzt (altes Foto).
1966 wurde der Schulbetrieb eingestellt und das Haus bis 1991 als Konsum genutzt.
1997 erhielt das Gemeindehaus ein neues Dach.
2011 wurden die Innenräume saniert.
2015 wurden im Dachgeschoß zwei Wohnungen zur Vermietung ausgebaut.
Das Kulturhaus
Als 1958 das Wirtsehepaar Kiep ihre Gaststätte aufgab (kein Nachfolger), entschlossen sich die LPG „Märkischer Sand“ (später „Neues Land“) und die Gemeinde Alt Bork, ein Kulturhaus zu bauen. Das Projekt wurde gemeinsam finanziert und viele fleißige Alt Borker und die Bauarbeiter der LPG setzten das Vorhaben um.
Am 27.04.1962 wurde das Kulturhaus eingeweiht.
1972 bekam der Saal noch einen Anbau.
1999-2002 wurde das Kulturhaus saniert (neue Heizung, Innentoiletten, neue Küche, neues Dach und Außenfassade) und aus dem alten Kohle- und Holzschuppen entstand ein Jugendraum mit kleiner Küche und Toilette.
Am 27.04.2002, genau 40 Jahre nach der ersten Einweihung, wurde das Kulturhaus erneut eingeweiht.
Rund geht es zu in diesem kleinen Dorf am Ostzipfel des Brücker Amtes.
Nein, nicht unbedingt, was die Geschichte betrifft. Die ist so bescheiden und zurückhaltend wie andernorts auch. Aber fast das ganze Dorf ist rund. Wie das? Ganz einfach: Der historische Ortskern, das, was ganz früher das Dorf war, ist ein Rundling. Was das denn sei? Während in anderen märkischen Dörfern zumeist eine einzige langgezogene Straße die Dominante ist, bestenfalls mit einer Kirche auf dem Anger, ist hier in Alt Bork der Kreis das Bestimmende. Die Kirche haben die Siedler in die Mitte gesetzt, die Häuser großzügig herum. Es muss wohl, wie vieles aus Vorzeiten, seinen Sinn gehabt haben. In alten Zeiten jedenfalls soll der Rundling den Dörflern in so mancher Gefahrenstunde Schutz gewährt haben – bei starken Gewittern, bei feindlichen Angriffen ... Oder war es doch nur das Gefühl, inmitten der Häuser geborgener oder einfach nur beieinander zu sein? Sogar das Vieh, so wird berichtet, wird des Nachts hier zum Schutz versammelt. In der Umgegend, im Altkreis Belzig, ist dies jedenfalls der einzig vollständig erhaltene Rundling. Das ist es dem Gemeinderat auch wert, den Dorf-Rundling auf die Denkmalschutzliste zu setzen. Immerhin wird vermutet, dass die Form dieses Rundlings slawisch ist.
Die Geschichte
Und damit sind wir bei den Ursprüngen des „Alt Bork“. Schon vor 1300 sind auf der Gemarkung zwei Dörfer namens „Werbeck“ und „Dalem“ beschrieben. Nach Eroberungskriegen sind diese verwüstet. 75 Jahre später findet sich im Landbuch von Kaiser Karl IV. dann „Borck Slavica“. Bork hatte in der slawischen Zeit die Bedeutung „kleiner Nadelwald, Kiefernwald“. Wie treffend: Immerhin sind noch heute 50 Prozent der Gemarkung Alt Borks Waldflächen. 26 Hufen Land und eine Mühle sind anfangs – in bereits erwähntem Landbuch – verzeichnet.
1412 wechselt das Dorf den Namen und heißt fortan „Wendischenborg“, bis 1937 das Innenministerium den Befehl gab, slawische Sprachelemente zu tilgen und der Ort nun den Namen „Alt Bork“ führt.
Die wirtschaftliche Struktur ist von alters her von der Landwirtschaft bestimmt.
1592 sind registriert:
„Schulze (Dorfoberhaupt, also analog Bürgermeister) hat Haus und Hof, Lehngut umfasst 3 Hufen, 8 Zwei-Hüfner mit Haus und Hof; 1 Zwei-Hüfner mit Haus und Hof, 2 Zwei-Dorf-Hüfner mit Haus und Hof, 1 Halb-Hüfner mit Haus und Hof, 1 Halbkossäten (Leineweber), 1 Wiese und 34 Morgen Wiese.“
Zerstörungen und Verwüstungen, auch die Pest, sind schwere Folgen des 30jährigen Krieges, auch für dieses Dorf. Nur 13 Hüfner und 3 Kossäten überleben die Katastrophe. Im Jahre 1638 sollen Soldaten beträchtlich Vieh gestohlen haben und aus diesem Grund sind die Alt Borker bis 1653 von der Wiesenpacht befreit.
Abgaben belasten die Bauern wie seit Jahrhunderten aber nach wie vor.
Zum Schloss Wiesenburg beispielsweise muss die Gemeinde eine Jungfernsteuer entrichten:
„1 Faß Zerbster Bier, 1 guten Ochsen, jeder Hüfner 1 Schefel Hafer und 2 Hühner und jeder Kossäth die Hälfte. Ferner gab sie unter anderen einen Schefel Hanfkörner und Leute mussten, alle Jahr den zur Wiesenburg erbauten Hanf und Flachs brechen, backen und rein machen ...“
Im 18. Jahrhundert sind in Alt Bork um die 220 Menschen gemeldet. Es sind Bauern, eingeteilt je nach ihrem Besitz in Hüfner, Halbhüfner, Kossäten, auch von einer Schmiede und einer Wassermühle ist die Rede. Von 1773 bis 1776 belastet ein großes Pferdesterben die Wirtschaften. 48 Pferde verenden. Die Gemeinde klagt Schadensersatz ein, pro Pferd werden dann tatsächlich 15 bis 27 Taler gezahlt.
Am 6. Juni 1801 ist für die Alt Borker ein großer Tag:
Schuleinweihung. Das Schulhaus haben sich die Dörfler mit eigenen Mitteln erbaut und natürlich inmitten auf den Rundling gesetzt. Nach fast 100 Jahren nagt dann der Zahn der Zeit an dem strohgedeckten Schulhaus und so wird es 1902 „durch einen netten Steinbau ersetzt“. Es bleibt aber immer eine kleine Dorfschule und bereits 1966 wird der Schulbetrieb eingestellt. Die Kinder fahren nun nach Borkheide. Das schöne rote Backsteinhaus wird Konsum. Nach der Wende muss auch dieser schließen. Inzwischen haben die Alt Borker das Gebäude hübsch hergerichtet und nutzen es als Gemeindehaus. Im Obergeschoss sind im Jahr 2015 zusätzlich zwei Wohnungen zur Vermietung ausgebaut worden. Daneben können sich die Kleinen auf dem öffentlichen Spielplatz tummeln.
Jüngere Vergangenheit
Doch verweilen wir noch etwas in der jüngeren Vergangenheit. Da trägt es sich doch zu, dass Bork – bis 1937 zu Wendisch Bork gehörig – das Ereignis „Fliegerei“ ausstrahlt. Wendisch Bork ist mit im Gespräch, vor allem natürlich in Berlin. Und so lesen wir im Kreisblatt im Jahr 1912: „In Berlin sind in dieser Saison bereits zwei großartige Feste veranstaltet worden, mit der Bezeichnung ‚Ein Fliegertag in Bork’ und ‚Ein Festtag in Wendisch Bork’, woran 700 Personen teilnahmen.“
1918 beraten die Wendisch Borker über einen Fahrdamm, der zur Grade-Fabrik führen soll. 3500 Mark soll das kosten. Später wird es dann ruhiger um Alt Bork.
Verheerende Auswirkungen hat der Zweite Weltkrieg. Schwierig sind die Nachkriegsjahre. Elf Umsiedler kommen in Alt Bork an. Eine dorfeigene Wohnungskommission sorgt dafür, dass ca. 50 Vertriebene untergebracht werden können. Außerdem beschäftigen sich die 1946 gewählten neun Gemeindevertreter mit Schulangelegenheiten, Schwierigkeiten bei Gemeinschaftsarbeiten (Strafen werden angedroht: 1xfehlen = 5 Reichsmark, 2xfehlen = 8 Reichsmark, 3xfehlen = 10 Reichsmark), weiter mit Felddiebstahl, Pacht- und Steuerfragen, Müllentsorgung, der Bodenreform ...
Eine Backofengemeinschaft wird gegründet. Ein kleines Stückchen Land übergeben die Eigentümer entschädigungslos an die Gemeinschaft. Andere werden mit der Bodenreform enteignet. Mangelwaren sind noch immer rationiert und so bleibt dem Gemeinderat im Jahre 1950, darüber zu informieren, wo welche Marken erhältlich sind: „ ‚Kohlen’ bei den landwirtschaftlichen Genossenschaften, ‚Textilien’, die an den Sonderabschnitt der Punktkarte gebunden sind, ,Lederschuhe und Arbeitskleidung’, wofür die Abteilung Handel und Versorgung Bezugsscheine ausstellt, ,Glühlampen’, bei den Konsumverkaufsstellen Belzig und Brück.“
So schwierig die Zeit nach dem Krieg auch war, von Festen, Kulturabenden, Treffen und Feiern erzählt die Alt Borker Chronik von Anbeginn.
So haben die Dörfler wohl auch die nötige Erfahrung, um eine unvergessene 600-Jahr-Feier vorzubereiten. Drei tolle Tage gibt es im Juli 1975 in Alt Bork. Gelegentlich ist noch heute davon die Rede und so mancher gerät ins Schwärmen ...
Heute
Heute existiert in Alt Bork ein privater landwirtschaftlicher Betrieb: M + M Kaplick und seit 2020 die Hoffleischerei I. Kaplick.
Nördlich des Dorfrandes, auf der 18 Hektar großen Fläche bis zur Autobahn A9 befindet sich ein erschlossenes Misch-Gewerbegebiet. Hier sind drei größere Firmen ansässig. Die Restflächen werden von kleineren Gewerken besiedelt. Am Birkhorster Weg, auf einer Fläche von 1,5 Hektar sollten 25 neue Häuser gebaut werden. Was sich auch ändert, rund soll es weiter zugehen, zumindest in der Mitte des Dorfes...
Text: A. Schulze/M. Schulze (aus der Amts-Broschüre „Rund in und um Alt Bork“
Aktuelle Meldungen
Fundkatze
(23.07.2026)Sehr geehrte Damen und Herren,
Gestern Abend ist in Alt Bork eine rote Katze zugelaufen, die eindeutig starken Menschenbezug hat und unbedingt ins Haus möchte. Es ist ein ungechipter kastrierter roter Kater ohne Abzeichen, eher jung als alt, etwas scheu, aber dann sehr zutraulich. Der Kater wurde nicht gesichert, aber er bleibt dort auf dem Hof.
Ansprechpartner in Angelegenheiten für Fundstücke ist der Bürgerservice mit den Durchwahlen 033844/ 62-334/ -337/ -338. Das Fundbüro kann ebenfalls per Email kontaktiert werden.

Foto: Fundkatze
Marlies Schulze: 30 Jahre im Dienst für Alt Bork
(07.12.2023)Im Vorraum und in den Fluren standen zahlreiche Bürger von Alt Bork dicht gedrängt: anlässlich des 30. Dienstjubiläums ihrer Ortsvorsteherin hatten sie eine kleine Überraschung vorbereitet. Als Marlies Schulze den Raum betrat, erklang ein Geburtstagsständchen, danach hat Amtsdirektor Mathias Ryll die Jubilarin mit einem Blumenstrauß geehrt, von der Linther Bürgermeisterin Sigrid Klink gab es einen bedeutungsvollen Umschlag, und die Dorfgemeinschaft hatte gesammelt und die „Ausbeute“ nebst ein paar historischer Fotos in einem Köfferchen (Zwinker: Urlaubsreise) übergeben.
Sodann war es Zeit für ein Erinnerungsfoto im Saal, und danach warteten Bocki und Knacker, Glühwein und Bier, und natürlich die Feuerschale.
Marlies Schulze, geboren und aufgewachsen in Gölsdorf bei Niedergörsdorf, hat ihr Mann, der aus Alt Bork stammt, bereits 1976 dorthin geholt. In die Politik getrieben wurde sie in den wühligen Nachwendejahren. Als 1992/1993 das Amt Brück gegründet und geformt wurde, strömten viele der ehrenamtlichen Bürgermeister der zusammengeschlossenen Gemeinden in die neue Amtsverwaltung. Die nun freien Ortschefposten musste neu besetzt werden, so auch in Alt Bork. Alt-Bürgermeisterin Frau Windmüller, im Amt seit 1981, wollte in den Ruhestand gehen und hat Marlies Schulze als ihre Nachfolgerin vorgeschlagen. Nach anfänglicher Zurückhaltung folgte doch die Zusage, und danach auch die erfolgreiche Wahl. Im Juli 2002 schlossen sich die bis dahin eigenständigen Gemeinden Linthe, Deutsch Bork und Alt Bork zur Gemeinde Linthe zusammen, und aus der Bürgermeisterin wurde eine Ortsvorsteherin.
Für ihre Arbeit ist es der Ortschefin wichtig, keiner Partei verbunden zu sein, so muss sie sich bei ihren Entscheidungen auch von keiner Parteilinie leiten lassen, sondern kann sich voll und ganz am Wohl der Einwohner orientieren. Erfolgreich verläuft bis heute auch die Entwicklung des ortseigenen Gewerbegebietes. Alle Unternehmen, die sich dort Anfang der neunziger Jahre angesiedelt haben, sind –bis auf einen Pensionär- heute noch vor Ort.
Bei den Kommunalwahlen im kommenden Jahr wird Marlies Schulze noch ein Mal antreten, es gibt weiterhin genug Pläne und Wünsche: Für den Sportplatz muss ein neues Areal gefunden werden, der Ausbau der Straße nach Borkheide und der Ortsdurchfahrt sind weiterhin Thema, und ja, der Plan aus den Neunzigern, am Birkhorster Weg ein kleines Neubaugebiet anzulegen (damals von der Landesregierung abgesagt), könnte in der heutigen Zeit nochmal aktuell werden.

Foto: Marlies Schulze: 30 Jahre im Dienst für Alt Bork
Trafostation in Alt Bork kunstvoll gestaltet
(06.06.2023)Trafostationen sind Zweckbauten, die selten eine attraktive Ausstrahlung haben. Ungeachtet ihrer wichtigen Funktion für unser tägliches Leben werden sie oft als störend erfahren.
In Alt Bork hat die e.dis ihre neue Station neben der alten Feuerwehr von dem Potsdamer Künstlerkollektiv art-efx neu gestalten lassen. Das Ergebnis kann sich sehen lassen. Die Optik passt sich harmonisch in die direkte Umgebung ein: die Stahltüren scheinen jetzt aus Holz zu sein, vor den Fenstern ranken bunte Blumen herab, der hintere Teil ist von Efeu bedeckt, die Wände haben Backsteinoptik.
Wir meinen: sehr schön geworden!




Fotos: © e.dis

Foto: Trafostation in Alt Bork kunstvoll gestaltet
