Linthe
Linthe ist ein Dorf mit 939 Einwohnern, die zwei Ortsteile Deutsch Bork und Alt Bork mit eingeschlossen. Das Gemeindegebiet der zum Amt Brück gehörenden Dörfer ist zweigeteilt. Zwischen den Ortsteilen Linthe im Südwesten und Alt Bork sowie Deutsch Bork im Nordosten liegt südwestlich Schlalach, ein Ortsteil der Gemeinde Mühlenfließ.
Die Lage
Das Dorf befindet sich im Altmoränengebiet der vorletzten Eiszeit und liegt geografisch zwischen dem Naturpark Hoher Fläming und dem Naturpark Nuthe-Nieplitz-Niederung.
Alt Bork und Deutsch Bork befinden sich inmitten des Naturparks Nuthe-Nieplitz-Niederung. Linthe selbst liegt direkt an der Grenze zum Glogau-Baruther Urstromtal und am Rande des Flämings. Den heutigen Namen „Fläming“ erhielt die Region nach den Flamen (niederländischsprachige Einwohner der belgischen Region Flandern), die während des Mittelalters im Zuge der deutschen Ostsiedlung den Höhenzug besiedelten. Auf den Boden des Urstromtales hat der Fluss Plane im Lauf der Jahrhunderte einen Schwemmfächer geschüttet, der unter anderem die Anlage der Siedlungen Linthe und Brück ermöglichte.
Rund um Linthe
In der näheren Umgebung befinden sich östlich die sogenannten Landschaftswiesen mit dem Rottstocker und Linther Kanal, die auch nördlich im Linther Oberbusch in Richtung Neuendorf bei Brück und Stromtal fließen. Westlich, entlang der Belziger Straße vom Hotel Linther Hof aus gelangt man in die sogenannte Oberheide. Südlich in Richtung Treuenbrietzen prägen links und rechts der Straße zwei Kiesgruben die Landschaft, wie auch Linthes höchste Erhebungen: der Mittelmahdeberg mit 69,7 Metern (NN) entlang des Mittelmatenweges, südöstlich der Lehmkutenberg 67,1 Metern (NN) am Nicheler Weg und südwestlich der Langmahdeberg mit 73,2 Metern (NN).
Historisches
Die Verwaltungszugehörigkeit der drei Dörfer Linthe, Deutsch Bork und Alt Bork entwickelte sich historisch unterschiedlich, denn die Grenze zwischen Sachsen und Brandenburg-Preußen verlief bis 1815 genau zwischen den Dörfern.
Linthe, ein Straßenangerdorf, gehörte bis 1815 dem Königreich Sachsen und von 1806-1816 dem Amt Belzig-Rabenstein im Wittenberger Kreis an (ein sächsischer Kurkreis im Kurfürstentum Sachsen). Hingegen gehörten das Straßenangerdorf Deutsch Bork und das Rundlingsdorf Alt Bork zum Zauchischen Kreis im Königreich Preußen (1701-1918). Erst 1817, mit den preußischen Verwaltungsreformen, entstand der neue Kreis Zauch-Belzig (Regierungsbezirk Potsdam/Provinz Brandenburg). Somit wurde das sächsische Amt Belzig- Rabenstein einschließlich dem Dorf Linthe Preußen zugeordnet (Wiener Kongress 1815). Belzig wurde Kreisstadt des neu gegründeten Kreises Zauch-Belzig.
Im Jahre 1342 erfolgte nachweislich die urkundliche Ersterwähnung des Ortes „Linthow“ in einer Treuenbrietzener Urkunde. Im Jahr 1375 erscheint Alt Bork (Bork slavica) erstmals im Landbuch der Mark Brandenburg Karls IV. und ebenso Deutsch Bork als Bork teutonica. Bereits etwa ab 1150 entstanden vermutlich die Dörfer an jetziger Stelle durch Ansiedlung von flämischen und niederrheinischen Siedlern durch Herzog Albrecht I. von Sachsen („der Bär“) in Verbindung mit den hier bereits lebenden Slawen (ältere Bezeichnung: Wenden).
Die Ortsnamen
Den Namen „Linthe“ schrieb man in älteren Zeiten, wie man ihn hörte, und so finden wir 1342 Linthow, 1361 Lynto, 1406 Lynde, 1459 Lintorp und 1566 Linthe. Ein „ow“ am Namensende deutet auf einen slawischen Namensursprung.
In früheren Zeiten war Alt Bork (Bork slavica) ein Rittergut und war damals im Besitz der Familie Brandt von Lindau auf Schmerwitz. Ende 1937 wurden die Dörfer umbenannt, die einen slawischen Namen trugen. Das Wort „Bork“ bedeutet sinngemäß eine Siedlung im Nadelwald. So wurde aus Wendisch Bork (seit 1403) Alt Bork. Gleichzeitig wurde aus der Kolonie Bork die Gemeinde Borkheide und Alt Bork wurde nach Borkheide eingemeindet. In der Zeit von 1937 bis 1945 war Alt Bork ein Ortsteil der Gemeinde Borkheide. Und Deutsch Bork (Bork teutonica), vormals Wendisch Bork, erhielt den Namen „Deutsch Bork“.
Ebenso wie bei den überlieferten Namensvarianten von Linthe, so gab es sie auch für die „Borker“: Auf historischen Karten findet man unter anderem Wendischbuch, Teutschbuch (1758), Teutsch Borck (1787) oder Deutschen Borck (1791).
Sehenswertes
Rund zwei Kilometer nordöstlich von Linthe (Flur 3, rechts vom Rottstocker Kanal) befindet sich ein slawischer Burgstall mit einem Durchmesser von rund 60 Metern. Jener ist während der Slawenzeit entstanden, als Linthe zum slawischen Gau Ploni (Planegau) gehörte. Der Burgstall ist zwar abgetragen, aber doch als Erhöhung noch deutlich erkennbar.
Die Kirche
Die evangelische Kirche in Linthe (Mutterkirche) ist eine spätromanische Feldsteinkirche und stammt aus dem Anfang des 13. Jahrhunderts. Im Inneren steht unter anderem ein Altarretabel aus dem Anfang des 18. Jahrhunderts mit einem Altarblatt aus dem Ende des 19. Jahrhunderts. 2022 wurde der Kircheninnenraum durch die Denkmalpflege restauriert. Ebenfalls sehenswert ist der Friedhof neben der Kirche.
Die evangelische Kirche in Alt Bork ist eine neobarocke Saalkirche, die 1910 im Stil der Heimatschutzarchitektur errichtet wurde. Im Innern befinden sich Ausstattungsstücke aus der Zeit um 1700.
Die Kirche gehörte als Filialkirche zu Neuendorf.
Die evangelische Kirche in Deutsch Bork ist eine schlichte Saalkirche aus dem Jahr 1807, die einen Vorgängerbau aus dem 17. Jahrhundert einbezog. Im Innenraum hängt unter anderem ein Kreuzigungsgemälde aus der Zeit um 1700, das zuvor in einem Kanzelaltar verbaut war. Die Kirche in Deutsch Bork gehörte als Filialkirche zu Schlalach.
Die ehemalige Schule, um 1900 erbaut, ist heute das Gemeindehaus. Es befindet sich im Ortskern in der Teichgasse am Festplatz mit Teich, Kinderspielplatz, Jugendclub-Scheune und Feuerwehr.
Darüber hinaus ist auch das Kriegerdenkmal in der Lindenstraße mit den Namen der Gefallenen in den Weltkriegen interessant.
Bei einem Rundgang durchs Dorf sieht man viele alte Bauernhöfe mit ihrer historischen Landbaukultur (Bauernhäuser, Scheunen, Ställe etc.). Im alten Dorfkern ringsum den Anger (Dorfstraße/Lindenstraße) ist der schon von weitem sichtbare Stallgiebel des Schulzengehöftes aus dem Jahre 1911 besonders sehenswert. Seit 2021 besitzt Linthe eine eigene Bibliothek, die in einer farbenfroh umgestalteten, alten Telefonzelle untergebracht ist.
Wirtschaft und Infrastruktur
Linthe („Linthe/Brück“) und Alt Bork haben jeweils ein Gewerbegebiet.
Auf dem ADAC-Fahrsicherheitszentrum Berlin-Brandenburg in Linthe finden regelmäßig Veranstaltungen statt, neben Fahrtrainings auch beispielsweise Oldtimer-Treffen.
Gastronomisch hat Linthe ein vielfältiges Angebot: Im Ortskern begrüßt Sie das Hotel und Restaurant „Linther Hof“ (4), in Richtung Gewerbegebiet gibt es zudem „Kullman’s Diner“ und „McDonalds“.
Dorfleben
Das Leben auf dem Lande bietet Vielfältiges, so das Vereinsleben mit Feuerwehrverein, Fußballverein (SG Treuenbrietzen/Linthe II), Schützenverein, Vereinigung der Linther Jagdhornbläser „Freunde der Jagd“ oder auch regelmäßig stattfindende Dorffeste im Sommer und lebendige Traditionen wie Osterfeuer, Pfingstmaien, Herrenradtouren zu Christi Himmelfahrt und die Hubertus-Messe der Linther Jäger.
Die Gemeinde Linthe besteht aus den Ortsteilen Alt Bork, Deutsch Bork und Linthe.
Fotoalben
Aktuelle Meldungen
Neuer Multicar für Linthe
(04.09.2023)Eigentlich war Mietkauf geplant, das wäre in der Summe jedoch deutlich teurer geworden. Jetzt waren trotzdem 166.000 € fällig für das neue High-Tech-Fahrzeug. Der Multicar M 31 H, wie er genau heißt, punktet mit Allradantrieb, Dreiseitenkipper und zahlreichen Anbaumöglichkeiten für Zusatztechnik. Mit dabei ist ein Frontschlegelmulcher, aber auch die bereits vorhandenen Zusatzgeräte können problemlos an das neue Fahrzeug angebaut werden. Der Schlegelmulcher mäht und mulcht in jedem Gelände, egal, ob Hang, Graben oder Wiese. Der hydrostatische Antrieb macht den Alleskönner besonders geeignet zum Fräsen, Schneeräumen oder Fegen.
„Das Warten hat sich gelohnt, es ist ein tolles, mit megaviel Technik ausgestattetes
Arbeitsfahrzeug“ freut sich Linthes Bürgermeisterin Sigrid Klink. Auch die Gemeindemitarbeiter sind begeistert.
Die Finanzierung des Multicar wurde vor allem möglich, nachdem die Sanierung der Westfalenstraße günstiger ausfiel als geplant.
Amtsdirektor Mathias Ryll ist ebenfalls hochzufrieden: „Wir freuen uns, den Kolleginnen und Kollegen des Bauhof Linthe neue, hochwertige Techik zur Verfügung zu stellen, um die täglichen Aufgaben zu bewältigen.“


Bilder: S. Klink

Sperrung Autobahnauffahrt/-ausfahrt Richtung Berlin
(08.05.2023)Die Ein- und Ausfahrt der Anschlussstelle Brück/Linthe A9 Richtung Berlin wird in der Zeit vom 08.05.2023 bis zum 17.05.2023 15:00 Uhr für den Verkehr gesperrt.

Vollsperrung der Kreisstraße K 6918 zwischen Ortsausgang Linthe und Ortseingang Schlalach beginnt erst am 22. Mai
(28.04.2023)Die Bauarbeiten werden ca. 1 Jahr dauern. Vor Beginn der Bauarbeiten wird in Linthe und in Schlalach eine Einwohnerversammlung organisiert, in denen die Bürgerinnen und Bürger zu den Bauarbeiten, den Terminen und den Beteiligten der Baufirma informiert werden. Der Termin wird in Kürze konkretisiert.

Das 8. Frühlingsfest in Linthe war gigantisch
(25.04.2023)Besser hätte es kaum laufen können: bei Kaiserwetter entblätterte sich ein Programm, so vielfältig, für Jung und Alt, ergänzt durch ein abwechslungsreiches Angebot an Speisen und Getränken. Die Kinder tummelten sich auf der Hüpfburg oder erstmals auf der Riesenrutsche, fuhren Karussell oder versuchten sich im Bälle werfen oder Enten angeln. Vereine, wie die AWO, die IG Bauernhaus, der Brücker Bürgerverein, das Waldbad Borkheide, die DLRG, die Modellflieger, die Bürgerinitiative „Gegenwind“ informierten über ihre Aktivitäten; die Landfrauen und die Feuerwehrfrauen sorgten für Kaffee, Kuchen, Fruchtmilch und frische Waffeln, daneben gab es Backschwein, Langos und natürlich Gegrilltes.
Natürlich waren auch regionale Produkte erhältlich: so bei „Essen was wächst“, zudem gab es zahlreichen Honigsorten, außerdem Chroniken aus dem Amtsbereich und die Veröffentlichungen des Ortssinn-Verlags. Nicht zuletzt konnten die Besucher ins Bogenschießen reinschnuppern oder sich am Spinnrad versuchen. Die Getränkeversorgung hat der Linther Hof souverän gemeistert.

Am kommenden Sonnabend: Das 8. Frühlingsfest des Tourismusvereins Zauche-Fläming
(19.04.2023)Man sieht es schon ein wenig: der Frühling kommt!
Der Tourismusverein Zauche-Fläming e.V. veranstaltet deshalb in Kooperation mit der Gemeinde Linthe
am Samstag, den 22. April 2023, von 13.00 Uhr bis 18.00 Uhr
das 8. Frühlingsfest, diesmal in der Gemeinde Linthe.
An deutlich mehr Marktständen als noch im Vorjahr werden sich Vereine, Initiativen und Clubs präsentieren, wie die DLRG, die AWO, die Modellflieger, die IG Bauernhaus und viele mehr. Außerdem gibt es Vorführungen auf und neben der Bühne.
Wir freuen uns besonders auf Ronald Heber, der in seinen Liedern den fast vergessenen Fläminger Dialekt aufleben lässt. Drumherum gibt es viel Tanz von den Cammertänzern, Flämurium, den Kids des BKC, den Fireflies, dazu Line Dance und die Gruppe #NoName. Die Musikschulkinder der Kita Rappelkiste, die TSG Brück und die Karate-Do Fläming e.V. zeigen ihr Können.
Des Weiteren gibt es Bogenschießen, eine Riesenrutsche, ein Mini-Karussell und neben Grillgut und Getränken auch viele lokale Produkte.
Dieses Jahr haben wir auf speziellen Wunsch vieler Besucher und Anbieter die Öffnungszeiten erweitert. Es geht eine Stunde früher los als in den vergangenen Jahren und wir machen auch eine Stunde länger. Insgesamt also jetzt von 13 bis 18 Uhr.
Das Frühlingsfest 2023 findet im lauschigen Ambiente rund um den Linther Dorfteich statt – wir freuen uns auf Sie!

Mitgliederversammlung Jagdgenossenschaft Linthe
(07.02.2023)Die Mitglieder der Jagdgenossenschaft Linthe tagen am 22. März 2023 im Linther Hof.
Tagesordnung im Anhang.


